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AUTOIMMUNTHYREOIDITIS HASHIMOTO

 

Die erste Beschreibung einer Autoimmunthyreoiditis (AIT) erfolgte 1912 durch H. Hashimoto, der am pathologischen Institut in der Universität Göttingen forschte.

Heutzutage werden die Begriffe Autoimmunthyreoiditis und Hashimotothyreoiditis synonym verwendet.

Die zugrundeliegende Autoimmunerkrankung kann mit einer Vergrößerung der Schilddrüse einhergehen (klassische Hashimotothyreoiditis). Bei der Mehrzahl der Patienten ist das Organ bei der Erstdiagnostik jedoch normal groß oder bereits verkleinert (atrophische Autoimmunthyreoiditis).

 

Die Daten über die Häufigkeit der Autoimmunthyreoiditis in Europa sind etwas uneinheitlich, da es nur wenige Studien hierzu gibt.

Die größte Bevölkerungs-basierte Verlaufsstudie stammt aus Großbritannien. Die sog. Wickham-Studie wies bei 10 % der Gesamtbevölkerung erhöhte Antikörper gegen TPO oder Thyreoglobulin nach. Erhöhte TSH-Werte (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) über 4,0 µU/ml bei normalen Schilddrüsenhormonwerten FT3 und FT4 (subklinische Hypothyreose) zeigten 7,5 %, eine manifeste Hypothyreose mit erhöhtem TSH über 4,0 µU/ml und erniedrigten FT3- und FT4 - Werten 1,9 %.

Mit höherem Lebensalter stieg die Häufigkeit subklinischer Hypothyreosen an und lag bei Frauen über 60 Jahren bei 7 - 10 %. Frauen erkranken 8 - 10 mal häufiger an einer Autoimmunthyreoiditis als Männer.

DIAGNOSE UND THERAPIE
BEI AUTOIMMUNTHYREOIDITIS HASHIMOTO (AH)

 

Die AH führt i.d.R. zu einer behandlungsbedürftigen Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose). Bei dieser durch Autoantikörper (v. a. TPO-Antikörper) ausgelösten Schilddrüsenunterfunktion handelt es sich um die am häufigsten auftretende Autoimmunerkrankung.

 

Weitere Autoimmunerkrankungen können bei einer AH vorkommen:

  • Autoimmungastritis mit späterem Vitamin B12 - Mangel,

  • Zoeliakie (durch Gluten ausgelöste autoimmune Darmerkrankung),

  • Diabetes mellitus Typ I,

  • rheumatoide Arthritis,

  • Nebennierenrindeninsuffizienz (Gesamtrisiko einer weiteren Autoimmunerkrankung bei AH: ca. 15 %.

In unserer Praxis werden bei Verdacht die o. g. assoziierten Autoimmunerkrankungen mit untersucht.